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Die Entwicklung des Camping ... so ging's los

Aktualisiert: 2. Juni 2023


Camping, noch fein und sauber - vor der Anreise der restlichen Familie :-)

Was bedeutet der Begriff "Camping?"

Das Wort Camping oder auch das Kampieren kommt aus dem lateinischen „Campus“ – das Feld und bedeutet eine bestimmte Form des Tourismus, nämlich das Nächtigen in der Natur aus Gründen der Erholung.


Beim Camping und Caravaning geht es primär um das Reisen und das Vergnügen. Die Freude, im Urlaub von Ort zu Ort zu fahren, um verschiedene Regionen, Länder und Kulturen kennenzulernen.


Übernachtet wird hierbei in Zelten, Wohnwagen, Wohnmobilen, Dachzelten, Vans.

Lange ist es her: Wandervölker und Tracks nach USA

Es gab ja schon immer Wandervölker oder Gruppierungen, wie die Sinti und Roma zum Beispiel, die von der Grundidee her jedoch nicht zum Freizeitvergnügen unterwegs waren. Sie lebten zuerst in Zelten bis sie Wohnwagen ab den 1860-ern nutzten.


Dies gilt auch für Planwagen-Trecks im damaligen Amerika, auch hier war nicht der Spaßfaktor Reisen die Basis der Mobilität. Es ging um lebenswichtige Aufgaben wie die Suche nach neuem Land zur Gründung einer Existenz.


Gewusst? Auch die Ägypter waren seinerzeit bereits mobil unterwegs und so gab es seit der Antike bereits Fahrzeuge mit Möglichkeiten der Übernachtung.

Die Wiege des Campings

Als der Urvater des Campings, anno 1853

wird der Brite Thomas Hiram Holding genannt, er reiste bereits 1853 mit seiner Familie von Großbritannien über den Ozean und verbrachte mit ihr mehrere Wochen am Mississipi-Ufer, geschlafen wurde dabei im Freien.


Er schrieb ein Buch über seine Erfahrungen und dieses gilt als erstes Camping-Handbuch der Welt mit dem Titel: „Cycle and Camp in Connemara“.


Anfang des 19. Jhdt.

entstanden dann die Vorläufer der heutigen Caravans in England und Frankreich. Sie dienten als Unterkunft für fahrendes Volk oder fliegende Händler.


In den frühen 1920-ern

wurden in England Wohnwagen und Reisemobile gebaut.

Auch die Amerikaner sowie die Franzosen waren uns Deutschen einen sogenannten „Ticken“ voraus. Nachteil: die Fahrzeuge waren für unsere kleinen Autos nicht geeignet.

1924 - "Ferien auf der Landstraße" in USA und auch England, Fotoauszug aus dem Erwin Hymer Museum

Mitte des 19. Jahrhunderts

wurde es in der englischen Oberschicht zur Mode, mit einem eigenen Wohnwagen zu verreisen.


Als Pionier des modernen Caravanings gilt der britische Arzt und Abenteuerschriftsteller William Gordon-Stables.


Er ließ sich ein schmuckes, von 2 Pferden gezogenes Gefährt bauen und unternahm eine 2000 km lange Reise nach Schottland. Natürlich nicht ohne seine Bediensteten, diese durften jedoch im Zelt übernachten.


© Foto Auszug aus der Dokumentation der Ausstellung im Erwin Hymer Museum, Bad Waldsee

Daraus entwickelte sich ein Trend, und zwar des Pferde-Caravanings, salopp in der Gesellschaft als „Gentlemen-Zigeuner“ tituliert und last not least: 1907 wurde der britische Caravan Club gegründet.

EIERBECHER:-) im Wohnwagen Car Cruiser, Großbritannien, 1932 - ausgestellt im Hymer Museum, Bad Waldsee

Wann begann das Camping in Deutschland?

Das Camping entstand in den 1920-ern

mit dem ersten Aufschwung nach dem 1. Weltkrieg. Damals konnte sich der „normale Mann“ in den goldenen 20-ern bereits kleine Urlaube leisten und wo ging das besser und kostengünstiger als in der Natur. Diese Form der Freizeitgestaltung wurden dann immer populärer.


Damals war alles natürlich recht minimalistisch, denn man war entweder im Zelt oder im Faltboot unterwegs.


Die Zelte bestanden üblicherweise aus Zeltbahnen und waren ohne Boden. Faltboothersteller bauten dann Zelte aus widerstandsfähigerem Material. Dazu nahm man die Häute der Boote und hatte somit oben dicht gewebte Baumwolle und den Boden aus Gummi.


Und so ging es dann ab ins Wochenende - mit selbst gebautem Zelt und ein bisschen Verpflegung. Ziel: das arbeitsfreie Wochenende mal so richtig im Freien zu genießen. Das Kind hatte auch einen Namen, nämlich "Wochenendbewegung".


Faltbootpioniere seinerzeit waren Carl Joseph Luther und auch Hans Berger (Firma Sport Berger), die dann wiederum weitere Accessoires erfanden, wie den Daunenschlafsack und die Luftmatratze.

Ab dem Wirtschaftswunder…

Der 2. Weltkrieg setzte erstmal alles auf Null und erst ab dem Wirtschaftswunder wurde man langsam wieder mobil, mit der Nutzung von Motorrädern, Rollern, dem Fahrrad oder auch dem noch seltenen und nicht erschwinglichem Auto, das war damals noch höchster Luxus.


Und wenn damals jemand im Besitz eines Autos war, dann reden wir hier über die Isetta, den Fiat 500 oder 600.


Doch damit konnte man halt keine englischen Wohnwagen ziehen, denn diese waren zu schwer. Der deutsche Markt brauchte leichte Wohnwagen, dies war

tatsächlich eine Herausforderung für die Pioniere, etwas Leichtes zu konstruieren.


In den 50-ern wurden dann auch hierzulande die ersten echten Campingclubs gegründet.


Ich las übrigens, dass sogar die Alliierten den Bau von Campingplätzen unterstützten.

Legendär – der VW T1 – auch Bulli genannt

VW gelang der große Coup im Jahre 1950. Der VW Bus, T1, auch Bulli genannt, wurde das Kultauto schlechthin, vor allem unter den jungen Leuten.


Kein anderes Auto oder Reisemobil vermittelt so sehr das Image von Unabhängigkeit und Freiheit und die Hippiezeit kann vielerlei Geschichten in Verbindung mit dem T1 erzählen.


Mein Lieblings-Van: ein Ausstellungsstück eines weitergereisten

T1 im Erwin Hymer Museum, Bad Waldsee

Viva Italia – ab in den Süden

Es erfolgte die erste große Reisewelle nach Bella Italia – das dolce vita des Südens ließ grüßen, egal wie anstrengend die Fahrt auch war über die diversen Pässe.


Es lockte der Vino, Pizza und Pasta am Lago di Garda oder sonstigen hippen Adressen, wie auch der Union Lido di Venezia, den es mittlerweile schon über 60 Jahre gibt.


© Foto Dokumentation über Bella Italia - Erwin Hymer Museum

Der Fortschritt im Laufe der Jahrzehnte

In den 70-ern wurden die ersten mit fest eingebautem Mobiliar ausgestatteten richtigen Wohnmobile gebaut und


Ende der 70-er folgte das erste Reisemobil von Dethleffs mit neuen Alkoven-Modellen Anfang der 80-er.


Mitte der 90-er

folgten die sogenannten „Integrierten“ und Ende der 90-er

boomten wieder die Campingbusse oder auch Camper-Vans genannt und zählen bis heute zu den beliebtesten Freizeitfahrzeugen.


Gemäß dem Wachstum dieser Freizeitbranche entstanden auch mehr Stellplätze in Städten und Gemeinden, Campingplätze rüsteten auf mit Entsorgungsstationen und speziell angepassten Plätzen für jede Größe.


Wintercamping wurde immer beliebter, da der Komfort sowie die Kältetauglichkeit des Gefährts generell immer besser wurden.

Heutzutage …es gibt nicht, was es nicht gibt

von links nach rechts: Miralago im Tessin - Sexten in Südtirol - Krim auf Texel


Glamping zum Beispiel ist ein schöner Trend, der dem Reisenden das Rundum-Sorglospaket bietet, indem dieser mit leichtem Gepäck anreist und seine Unterkunft sofort beziehen kann, mit Luxus, und vor allem Bequemlichkeit im Vordergrund – einfach glamuröses Camping.


Ressorts und Campingplätze haben diese Angebote bereits mehr und mehr im Programm aufgenommen und man hat die Wahl zwischen schnuckeligen Chalets, einladenden Baumhäusern, heimeligen Schlaffässern oder geräumigen Tipis für ganze Familien.


Ob XXL Plätze oder kleine Campingplätze, ob Stellplätze in der Stadt oder an der See, hinter den Dünen, mitten in den Bergen, oder „nur“ im Zelt mit Schlafsack und Kochgeschirr auf einer freien Wiese, mit dem Rad oder als Backpacker – jeder kann sein Plätzchen finden.


Campingplätze und derer mit Zunahme der Sterne* hervorragend konzipierten Anlagen können absolut mit Hotelanlagen konkurrieren.


Wer sich gerne wieder mehr Minimalismus wünscht, der fühlt sich vielleicht von Eco-Camping, alternativem Camping mit Bewusstsein für Ökologie und Nachhaltigkeit angezogen.


Dies wird speziell in Zeiten von „Urlaub-in-Deutschland“ ein immer größer werdendes Thema und engagierte Startups in diesem Bereich schlagen eine Brücke zwischen dem verbotenen „Wilden Camping“ hin zum Stehen auf Bauernhöfen, bei Winzern oder auch privaten Übernachtungsangeboten, einfach weg von den überlaufenen Hot-Spots.


Welcher Camping-Typ bist Du denn?

o Bist Du eher der Allein-Fahrer oder der Familien-Camper?

o Stehst du gerne die komplette Urlaubszeit am gleichen Platz oder brauchst Du mehr Abwechslung?

o Bist Du der große Planer oder fährst Du einfach der Sonne hinterher?

o Bevorzugst Du eher die Nebensaison und preisbewusstes Campen oder darfst und bist mit Deinen Kindern in Ferienzeiten unterwegs?

o Vielleicht favorisierst Du Camping in Süden oder zieht es Dich eher in den Norden?

o Magst Du gerne Kontakt zu anderen oder bevorzugst Du Deine Ruhe?

o Bist Du der reine Sommer-Sonne-Camper oder darf es auch Winter-Camping sein?


Wie auch immer - jedem Tierchen sein Plaisierchen - wie es so schön heißt :-)


Wissenswertes über das Erwin Hymer Museum...

Ich habe diverse Informationen zum Thema Camping aus den mehrfachen Besuchen des Erwin Hymer Museums sammeln können. Mehr darüber in den Links:


Exponate und die Dauerausstellung im Erwin Hymer Museum - ein Rundgang durch die Ausstellung auf 6.000 qm Ausstellungsfläche, über Hippie-Trails und Bella Italia, kleine Geschichten über Erwin Hymer, seine Stiftung.


Pionierarbeit im Erwin Hymer Museum - ein spezieller Blogpost zum Thema Pioniere des mobilen Reisens der Vor- und Nachkriegszeit, über die erste Fahrt mit einem Wohnwagen über einen Bergpass, Reisejournalisten von anno dazumal und den Ur-Troll.


Und wie wir Camper uns infiziert haben, das liest Du hier:

ach ja, und nun das Bild "nach der Anreise des Rests der Familie"

Man sieht sich :-)

Es grüßt Dich, Trixi von Bulli-Proof

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