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1 x Camper, immer Camper?

Aktualisiert: 24. Sept.

Kennst Du den Spruch: "Irgendwann kriegen wir Euch alle?"

Bist Du bereits Camper? Oder trägst Du Dich mit dem Gedanken in dieses Hobby einzusteigen?


Vielleicht bist Du selbst auf das Thema Camping gekommen. Eventuell haben Dir Freunde oder Nachbarn davon erzählt, indem sie Dir aus voller Inbrunst ihr Hobby unter Ausmalung schönster Erlebnisse nahelegten und versuchten, DICH ZU INFIZIEREN? Sie waren wahrscheinlich sehr hartnäckig in der Auflistung ihrer Argumente, stimmt's? Sieh es ihnen nach, denn sie sind:

1 x Camper - immer Camper

Wie äußert sich der VIRUS Camping?

Also über den Winter hinweg steht unser Gefährt in der Garage. Es ist winterlich, kalt, fieses Wetter und irgendwie ist der Camping-Gedanke erstmal im Winterschlaf. Dann aber, sobald die erste Märzsonne das Einheitsgrau durchdringt, spätestens dann geht es los.

"VIELLEICHT SOLLTE ICH MAL EIN BISSCHEN IM WOHNMOBIL AUFRÄUMEN?"

Gesagt, getan! Ich öffne die Tür des Wohnmobils und da ist es wieder... das Gefühl des "YES"! Das habe ich übrigens auch, wenn ich mit dem VW Bus fahre und der ist ein Allrounder - also alltags-tauglich und als mein Hauptgefährt im Einsatz.


Da ist er, der unverwechselbare Geruch Deines Gefährts - dieser individuelle Duft, der in Dir unvermittelt den Gedanken hochploppen lässt: "hach ... es riecht nach Urlaub!" oder: "jetzt könnte ich glatt losfahren!"

Da ist er wieder - der Virus.


Es riecht einfach nach...

Freizeit - Urlaub - Auszeit - Wegfahren - Spontanität - Sonnenuntergang - Wilder Westen :-)

natürlich sind wir nicht im Wilden Westen, aber Camping vermittelt bildhaft die

  • Freiheit - zu reisen, wohin Du möchtest und wohin Dein Reisewunsch Dich führt, vielleicht einfach der Sonne hinterher

  • Freiraum - im Urlaub einfach mal Du selbst sein, ohne Zwang, ohne Druck, ohne Termine

  • Freigeist - entfernt von allem "muss" und "soll", den "Herrgott einen guten Mann sein lassen!" Den Kopf frei bekommen.


gesellige Camper-Runde - so soll das sein


Anno 2005 kamen wir als Familie auf den Geschmack, liehen uns mehrere Male ein Wohnmobil aus, wurden quasi Wiederholungs-Täter und leisteten uns dann wenige Jahre später unser eigenes Wohnmobil. Mein Mann und ich wuchsen in unserer Kindheit beide mit dem Wohnwagen auf und somit war die Überlegung, selbst als Familie Campingurlaub zu machen, ein logischer Schritt und bedurfte keinerlei Argumentation oder Überzeugungsarbeit beim anderen Partner.


Jetzt gibt es aber auch noch die andere Konstellation: nur EINER der Partner war in der Kindheit beim Campen. Und da steht man nun, als Pärchen oder auch junge Familie und überlegt sich eine Variante des Urlaubs, in dem alle auf ihre Kosten kommen, vor allem die Kinder natürlich.


"Hotel? Nein, die Zimmer zu klein, 10 Tage an einem Ort sind außerdem zu langweilig, abends sind die Kinder quengelig oder zu zappelig, um sittsam am Restaurant-Tisch sitzen zu bleiben, zu dies zu das."


Dann kommt der Flashback! Einer der Elternteile erinnert sich an seine eigene Kindheit, wo er oder sie vielleicht mit den Eltern beim Camping in Italien waren und dann ploppt fast automatisch irgendwann die Frage hoch:

"Du Schatz, was hältst Du eigentlich von einem Camping-Urlaub? Sollen wir das einmal ausprobieren? Ich fand das früher immer so schön!"

Uuuuuhhhhh.....lass mal überlegen. Moment, Camping? Ist das die Art des Urlaubs, die irgendwie unkoordiniert und unstrukturiert erscheint? Und war da nicht dieser etwas legere Dresscode?

Jogging- oder Turnhose, weißes Ripp-Shirt, Tennissocken und Badelatschen :-)

Da schlägt es zu - das Bild des Klischee-Campers! Und jaaa... mit einem Augenzwinkern muss ich jetzt zugeben: dieser Dresscode ist halt echt sau...be...quem :-) Die genannte 4-er Kombi entstammt übrigens meiner kindlichen Vorstellung aus den 70-ern, die Herren in meiner Verwandtschaft waren grundsätzlich ALLE so im Urlaub unterwegs. Irgendwie retro, wenn ich so darüber nachdenke.

Gegenargument Nr. 1: "Camping-Urlaub? Das ist nichts für mich, das ist mir zu eng! Da steigt man sich ja dauernd auf die Füße!"

Ja, stimmt ... es kann tatsächlich eng sein und je mehr Personen an Bord sind, desto enger wird's auch.


Sind zudem noch ein oder 2 Hunde mit an Bord und es regnet draußen den ganzen Tag am Stück, dann wird es eventuell auch kritisch. Aber ... hey... das sind nur Momentaufnahmen. Logistik ist das Zauberwort und schlechtes Wetter musst Du einfach aussitzen, Dich miteinander beschäftigen, Mensch-ärgere-Dich-nicht oder 3 Stunden Monopoly spielen.


Dazwischen lecker köcheln und dann die Meute zum Abspülen schicken. Am nächsten Tag schaut die Welt wieder anders aus. Und dann ist das bisschen eng auch schon wieder gemütlich.

Gegenargument Nr. 2: "Da muss ich ja wieder einkaufen gehen und alles selber kochen!"

Und ja... das stimmt auch, Du musst, wenn Du kochen möchtest

  • selbst einkaufen und zubereiten (nicht zwingend, Du kannst natürlich auch essen gehen)

  • selbst aufräumen und abwaschen (außer die Kids übernehmen das freudestrahlend)

  • das Ganze mehrfach am Tag... von Hand (auch das noch :-)

  • Aber, Du kannst herrlich über die regionalen Märkte gehen und lokale Leckereien einkaufen, diese dann beim BBQ genießen. Sehr entspannend.

  • Unschlagbar: Miteinander das Essen zuzubereiten, den Salat unter dem Wasserhahn am Eck zu waschen, das Prozedere rund um Grill oder Außenküche, Minimalismus auf 1-2 Flammen - das ist doch sowas von schön, das IST Urlaub, das ist MITEINANDER. Und das bleibt in der Erinnerung hängen.

so schön und lecker kann selbst gekochtes aus dem Wok oder vom Grill aussehen. Es geht aber auch weniger opulent

Gegenargument Nr. 3: "Da muss ich ja im Urlaub Wäsche waschen!"

Auch das kann vorkommen, je nachdem, wie lange Du unterwegs bist und mit wie vielen Personen. Die meisten Campingplätze haben Waschmaschinen vor Ort und wenn Du einmal 2-3 Tage an einem Platz stehst, dann würde ich Dir sogar empfehlen, die Wäsche einmal für ein paar Euro durchzuwaschen. Kleine Wäsche geht auch mal mit der Hand und ist leicht auf einer Leine aufzuhängen.


TIPP: Falls es keinen Wäschetrockner gibt, dann besser den Wetterbericht überprüfen, ob es zumindest trocken bleibt, wenn die Wäsche draußen auf der Wäscheleine getrocknet werden soll.

Jetzt kommt es - das unschlagbare Argument FÜR den Camping-Urlaub: "Schatz, ich kümmere mich um alles!"

Wenn das nicht beruhigt, oder? Was steht dem Camping-Urlaub jetzt noch entgegen?

Die anfänglichen Einwände und Hürden sind überwunden und nun hast Du die Wahl zwischen dem Mieten des Traum-Gefährts, dem Ausleihen des Fahrzeugs von Freunden oder kaufen. Aha, jetzt beginnt er schleichend - der Moment der Sucht.


Wer Camper ist, der weiß, wovon ich schreibe. Nach aller Pack-Hektik sitzt Du am Reisetag im Camper und hast Dein Ziel vor Augen. Vergessen ist der Alltag daheim. Das Ziel ist der Weg.

Der Stau Richtung Urlaub kümmert uns bei am Anreisetag eher wenig, lässt uns tatsächlich sehr gelassen, denn wir haben das Ziel vor Augen und darauf freuen wir uns einfach. Nach mehr oder weniger langer Anfahrtszeit ist es dann soweit: wir kommen an, beziehen unseren Platz, richten uns ein, drehen die erste Runde in der näheren Umgebung und gönnen uns zum Urlaubsbeginn unser verdientes Bierchen, ein Glaser'l Wein oder eine riesige, eiskalte Apfel-Schorle aus der Kühlbox oder einen Absacker in der nächsten Bar.


Hach, wie schön es doch ist.

Platz gut - Location gut - Nachbarn nett - Umgebung schön, alles passt, fast angefixt.

Ab Tag 2 oder 3 würde ich sagen, kommt das Gefühl des Angekommen-seins. Du lässt Dich ein auf Land und Leute, hast Dich dem Camping-Leben angepasst, bist mega-relaxt und plauderst mit anderen Campern. Bald darauf gibt's vielleicht das abendliche Bierchen mit dem Nachbarn und das eine oder andere Fachgespräch unter Kennern. Jeder wie er möchte.

Was macht es denn jetzt nun aus - das Camping?

Camping bedeutet für uns...

  • das gewisse Laissez-faire und Los-lassen des Alltags

  • einmal kräftigst abschalten und Job, Stress, Ärger daheim lassen

  • einfach mal "SEIN" dürfen

  • ungezwungene Gespräche von Camper zu Camper führen

  • in eine andere Welt eintauchen

  • das Teilen von Tipps und Tricks rund um das mobile Fahren

  • den Austausch über bereits angefahrene Plätze und die Erfahrungen damit

  • das Erzählen von Sightseeing-Touren und was man unbedingt gesehen haben sollte

  • das Fachsimpeln über die liebe Technik und mit welchen Gadgets man ganz praktisch sein Womo-Leben erleichtern kann

Warum ziehen wir Camping dem Hotelaufenthalt vor?

  • Für Kinder ist es unseres Erachtens die beste Art, Urlaub zu genießen: sie finden schnell neue Spielkameraden, verbringen den ganzen Tag an der frischen Luft und fühlen sich rundum wohl bei Spiel und Spaß

  • wir kommen in Null-Komma-Nichts ins Gespräch mit anderen Leuten, wenn das gerade passt

  • Camping entschleunigt und das mag auch der Grund sein, warum wir anderen gegenüber viel offener sind, als das jetzt im Hotel der Fall wäre

  • das Gefühl "hoher Freizeit-Wert" hat weniger Angespanntheit, weniger Fremdheit, mehr "wir teilen alle die Vorliebe für das gleiche Hobby" und das macht es so einfach

  • der Austausch macht Spaß, weil das Gespräch mit anderen eine Bereicherung an deren Erfahrungen darstellt. Wir profitieren alle vom Miteinander

  • Hilfe wird großgeschrieben, es findet sich immer jemand, der Dir mit etwas aushelfen kann, was Du gerade nicht dabeihast, wie eine Leiter, fehlendes Werkzeug, Luftpumpe oder ähnliches

  • auch beim Ein- und Ausparken wird gerne Hilfe angeboten: 4 Augen sehen immer mehr wie 2 und nächstes Mal darfst Du dafür einen anderen unterstützen, der vielleicht Hilfe benötigt

  • kein Forum kann Dir diesen Erfahrungsschatz wiedergeben, den Du durch das Gespräch mit anderen bekommst

  • Du hast Dein eigenes Bett dabei:-) Yeah!!

  • Man kommt als Familie wieder zusammen. Und das ist doch DER nachhaltigste Effekt überhaupt.

Last not least - WIR SIND INFIZIERT:-)

Klar... es klappt nicht immer alles und manchmal denken auch wir: "Wieso machen wir das eigentlich? Und auch noch freiwillig?" Aber mal ganz ehrlich, die Sucht erkennst Du daran...

  • wenn Du Wochen später noch erzählst, wie mega die Location und der Urlaub war

  • wie nett die Leute waren, die Du getroffen hast und wie Du Dein Camper-Netzwerk ausgebaut hast

  • welche neuen Ausbau-Ideen Du mit nach Hause bringst (als Bastler und Tüftler)

  • Anekdoten aus dem Urlaub und lustige Malheurs (natürlich am besten, wenn Du selbst darüber lachen kannst)

  • wenn Du auf die Frage "Wie war der Urlaub" antwortest: "Cool war's"... ja dann bist Du angefixt.


FAZIT: 1 x Camper, immer Camper. Bestätigt sich bei UNS auf jeden Fall immer wieder. Wie gesagt: wir müssen nur die Womo-Türe aufmachen, schon packt es uns ...

Mein ganz persönliches BULLI-PROOF

Manch einer geht zelten, andere sind im Bus / Van / Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs. Die einen haben ein kleines feines Mobil, das sie ihr Eigen nennen, die anderen ein größeres Reisemobil.


Uns eint alle ein Gedanke - feel free.


"Feel everywhere at home - in your mobile home"

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