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Ich war mal XXL - Reisen im großen Wohnmobil

  • Autorenbild: Bulli-proof
    Bulli-proof
  • vor 15 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit
XXL in England
XXL in England
Wie aus einem gemieteten Wohnmobil eine neue Welt wurde

Schon mal etwas von XXL-Wohnmobilen gehört?


Das sind diese großen Wohnmobile ab ungefähr zehn Metern Länge. Fahrzeuge, bei denen man sich zuerst fragt, ob das noch Camping ist — oder schon ein kleines Apartment auf Rädern.

Ich will nur mal schauen :-)

Und wie wahrscheinlich bei vielen großen Wohnmobilgeschichten begann alles ganz harmlos: „Wir schauen nur.“ Nur mal kurz über eine Messe schlendern. Nur mal kurz durch einen Showroom laufen oder spontan auf dem Fahrersitz Platz nehmen.


Natürlich völlig unverbindlich, nur mal kurz schauen. Aber, du weißt ja, dieses "ich schau nur mal" beschert dir oft deinen Herzenswunsch, und irgendwann ist dieser Moment da. An dem alles passt. Und so stand ich mit großen Augen vor ihm - dem rollenden Wohnzimmer.


Mit richtiger Sitzecke, einer großen Frontscheibe und viel Platz. Je öfter wir auf

Ausstellungen oder in Showrooms unterwegs waren, desto mehr wuchs diese leise Begeisterung. Dieses Gefühl von: „Wow … so könnte Reisen auch aussehen.“


Damals waren wir bereits mehrere Jahre mit gemieteten Wohnmobilen unterwegs. Fünf Jahre lang hatten wir ausprobiert, getestet, Erinnerungen gesammelt und Urlaube erlebt. Als sehr lehrreich entpuppten sich die Jahre des Mietens, denn dadurch haben wir unglaublich viel dazu gelernt. Und dabei gemerkt, wie sehr uns dieses Leben unterwegs eigentlich gefiel.


Und irgendwann kam dann — wie ich heute gerne sage — eine göttliche Fügung.

Als Familie machten wir unsere ersten Reisen mit dem eigenen XXL-Mobil. Da sitzt man bei Regen gemütlich drinnen, statt sich zwischen Taschen, Jacken und Frühstücksbrettchen irgendwie im kleinen Bus zu organisieren. Man hat plötzlich Platz zum Leben, Platz zum Atmen. Und damit öffnete sich tatsächlich noch einmal eine ganz neue Camping-Welt für mich.


Mit dem XXL-Mobil ging es 2016 bis nach England. Enge Straßen, Linksverkehr, ein riesiges Fahrzeug - und wir mittendrin. Engländer fahren übrigens sehr gerne groß und auf den Campingplätzen sieht man große Aufhänger oder Liner, RVs genannt - recrational vehicles. Besser könnte man es nicht sagen: denn recreation steht für Erholung. Und das schöne war: Wir waren nicht allein "groß" unterwegs, sondern die Reisen bescherten uns das eine oder andere Gespräch unter Genossen.


Trixi in England - eine XXL Reportage
Trixi in England - eine XXL Reportage
Wo sind denn alle anderen XXL-Fahrer?

Keiner der Hersteller konnte mir damals sagen, wo sie sind, welche Plätze sie anfuhren. Die Auswahl an passenden Campingplätzen war noch rar gesät. Das konnte ich jedoch so nicht stehen lassen. Die Lust und der Drang danach, andere Besitzer von großen Linern kennenzulernen, wurde immer größer.


Ich wollte mich austauschen, über adäquate Stell- und Campingplätze sprechen, vielleicht über die eine oder andere technische Herausforderung fachsimpeln. Darüber gemeinsam lachen, wie man mit zehn Metern Fahrzeug plötzlich vor einer viel zu engen Altstadtgasse steht und rückwärts wieder heraus muss.


So begab mich auf meine eigene Recherche-Reise und es entstand anno 2012 Mobil-Dick, meine Website und Blog.


Doch ein Blog ist eben ein Blog. Das eigentliche Leben entsteht durch den Austausch mit Menschen. Also gründete ich kurzerhand die Facebook-Gruppe, XXL-Wohnmobile on Tour. Und plötzlich waren da nicht mehr nur Fahrzeuge, sondern Geschichten und Begegnungen. Erfahrungen und Hilfestellungen. Ein Netzwerk begann zu blühen mit einem ersten Treff der Dickschiffe. Welch ein Anblick, alle auf einem Stellplatz zu treffen. Das Treffen war ein Volltreffer und das Netzwerk vergrößerte sich.


Menschen, die sich vorher nur online über Technik, Reisen oder Stellplätze ausgetauscht hatten, standen plötzlich gemeinsam auf Campingplätzen, saßen zusammen vor ihren Fahrzeugen und redeten bis spät am Abend über das Unterwegssein.

Frau am Steuer

Und irgendwann passierte noch etwas anderes. Ich begann den Frauen zuzusehen. Den Frauen, die diese großen Liner ganz selbstverständlich bewegten. Die mit einer Ruhe und Sicherheit rückwärts aus ihrer Parzelle fuhren, bei der ich mit offenem Mund dastand.


Während ich innerlich noch dachte: „Wie um alles in der Welt bekommt man so ein riesiges Fahrzeug dort wieder heraus?“ Sie machten es einfach und souverän.


Und ich weiß noch genau, wie ich damals dachte: „Wow! Das möchte ich auch können.“


Vielleicht war genau das der Moment, in dem aus Begeisterung plötzlich Mut wurde. Ich meldete mich bei einer Fahrschule im Fränggischen an, in 1,5 Wochen zum C-Schein, das war ihr Credo und das gelang auch. Auf einem über 20-Tonner lernte ich Theorie und Praxis und hatte nach 1,5 Wochen den Schein in der Tasche. Ob ich nervös war? Oh ja, und wie, ich schwor mir damals, niiiieeeee wieder eine Prüfung zu machen.


Die fränkische Landschaft, die mich manchmal ein wenig an Italien erinnerte: sanfte Hügel, kleine Dörfer und enge Straßen. In einer Jahreszeit, in der große Landmaschinen dir den Platz streitig machen. Und das auf Straßen, die eher Einbahnstraßen ähnelten und ich lernen durfte, mir meinen Platz zu erobern. Ich muss nicht erwähnen, dass ich anfangs sehr verkrampft fuhr und kleine Schweißattacken der Normalfall waren.


Aber in der Prüfung war voll fokussiert und das Rückwärtsfahren in eine Kurve klappte so gut wie nie zuvor. Daumen hoch vom Fahrlehrer und ein zufriedener Blick vom Prüfer und last not least: ich bekam den Schein.


Frisch gebackener C-Schein
Frisch gebackener C-Schein

Die Campingliebe bleibt - klein, fein, VW-Bus :-)
Bulli-Proof
Bulli-Proof

Heute fahre ich kleiner und flexibler. Mein VW-Bus passt viel besser zu meinem jetzigen Leben. Und trotzdem ist da dieser Hang zu den großen Fahrzeugen geblieben. Das Herzklopfen kommt sofort zurück, sobald ich ein großes Wohnmobil sehe, manchmal unterwegs auf der Autobahn oder auf Stellplätzen.


Und dann wird etwas in mir wach: die Erinnerung daran, wie es sich angefühlt hat, selbst dort oben zu sitzen. Als Truckerlady das Steuer in der Hand zu halten. Groß zu denken. Weit zu fahren. Sich langsam, konzentriert und mit einem gewissen Stolz durch enge Straßen zu bewegen. Und dieses Gefühl verschwindet nicht.


Wer weiß … vielleicht zieht irgendwann doch wieder ein bisschen mehr XXL in mein Leben ein.


Bis dahin bleiben die Erinnerungen. Und die Liebe zu diesen rollenden Dickschiffen sowieso.


Mein persönliches Bulli-Proof


Es sind nicht die großen Wohnmobile,

die den Menschen verändern,

sondern der Mut loszufahren.

Egal ob groß oder klein.


Mehr über die Reisen mit dem XXL-Wohnmobil

findest du auf Mobil-Dick.com


Es grüßt Dich, Trixi von Bulli-Proof


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