Bozen mit dem Fahrrad entdecken
- Bulli-proof

- vor 22 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Mein Ziel: der Camping Moosbauer, Bozen

Vom Camping Moosbauer hatte ich schon viel Gutes gehört, deswegen war es an der Zeit, mir selbst ein Bild zu machen. Der Platz hatte alles, was ich für mich wünschte:
Stadtnähe,
Infrastruktur,
gute Bewertungen.
Einer weiterer Grund, warum meine Wahl auf den Campingplatz Moosbauer gefallen war, waren die Fahrräder, die ich vor Ort ausleihen konnte. Passte für mich prima, somit konnte ich mich daheim um das Fahrradhänger-Thema drücken.
Dass deren Räder bereits einige Jahre auf dem Buckel hatten, betrachtete ich später eher als charmante Anekdote, denn als Mangel. Die Reifen waren aufgepumpt, die Bremsen funktionierten und die meisten Gänge ebenfalls. Das genügte vollkommen.
So schwang ich mich aufs Rad und machte mich am ersten Tag gleich auf den Weg nach Bozen.
Die Strecke vom Campingplatz in die Innenstadt ist sehr angenehm. Zunächst führt sie ein Stück entlang der Straße, bevor man auf die gut ausgebauten Radwege trifft. Das Navi leitete mich an der Etsch entlang und nach rund zwanzig Minuten erreichte ich das Zentrum.
Da fiel mir etwas auf, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Bozen ist eine Fahrradstadt.

Überall standen Räder. Nicht nur vereinzelt, sondern gleich dutzendweise. Vor den Altstadtgassen. Vor den Fußgängerzonen. Vor Cafés und Geschäften.
Unterwegs musste ich über meine Gedanken schmunzeln: ursprünglich wollte ich nach Holland fahren. Und nun fand ich ausgerechnet in Südtirol ein kleines Stück davon wieder: Räder oder Vespas in Rudeln.

Bozen - die Fahrradstadt
Bozen gilt seit Jahren als fahrradfreundlichste Stadt in Italien. So erzählte mir das mein Tischnachbar im Café.
Seit den 1990er-Jahren wurde das Radwegenetz konsequent ausgebaut und heute durchziehen rund 50 Kilometer Radwege die Stadt - ganz schön viel, finde ich.
Und viele Wege verlaufen entlang von Talfer und Eisack und verbinden die verschiedenen Stadtteile miteinander.

An den von mir gefahrenen Hauptverkehrsstraßen verliefen eigene Radwege und auch an den Kreisverkehren erkennt man, dass Radfahrer hier von Anfang an mit bedacht wurden. Die Infrastruktur wirkt nicht nachträglich ergänzt, sondern ganz selbstverständlich.
Noch spannender fand ich die Menschen, die sie nutzten. Das sind nicht nur Touristen, sondern Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder in die Schule, ältere Damen mit ihren Einkaufstaschen oder Papas mit den Kindern. Sie alle nutzen das Fahrrad ganz selbstverständlich im Alltag.
Wer radelt, darf auch einkehren. Das ist jetzt meine Überleitung vom Radeln ins Café :-)
Das Café Exil am Kornplatz entpuppte sich während meines Aufenthalts zu meinem Lieblingscafé in dieser Stadt.

Im Schatten der Terrasse ließ es sich gut verweilen. Menschen flanierten durch die Gassen vorbei, Touristen blieben vor Schaufenstern stehen und Einheimische erledigten ihre Besorgungen.
Mit einem "gscheitn" Cappuccino und Mineralwasser begann ich, die Atmosphäre der Stadt zu fühlen.

Auch die folgenden Tage fuhr ich mehrmals mit dem Fahrrad in die Stadt. Dabei entdeckte ich einen weiteren lauschigen Garten, der zum Hotel Figl gehört.
Ein kleiner Garten, der mit üppigen Oleanderbuschtöpfen umringt war. Das war auch sehr gemütlich! Mit der netten Bedienung hielt ich einen kleinen Schwatz auf italienisch und fühlte mich rundum wohl. Ich war in der Stadt "angekommen".
In Bozen, um Bozen und um Bozen herum :-)
Jetzt leite ich mal über zum Thema Radfahren.
Auf dem Campingplatz Moosbauer fiel mir auf, wie viele Menschen in Südtirol mit dem Rad unterwegs sind. Später verstand ich auch warum.

Südtirol hat ein außergewöhnlich dichtes Radwegenetz.
Dabei sind die wichtigen Täler über Talradwege miteinander verbunden, die zum großen Teil asphaltiert und sehr gut zu fahren sind.
Nice to know - rund um die Stadt Bozen treffen mehrere Hauptrouten zusammen:
Richtung Kaltern und die Südtiroler Weinstraße - sehr schöne Tour.
Richtung Eisacktal, Brixen oder Brenner - ab in die Berge
Richtung Trient im Süden - der Süden lockt.
Richtung Meran an der Etsch entlang - ab in die Sissi-Stadt - wunderbar.
Die Verbindung zwischen Bozen und Meran gehört wohl zu den bekanntesten Radtouren in der Gegend. Der Weg verläuft zumeist getrennt vom Autoverkehr entland der Etsch durch die malerischen Obstplantagen und Weinberge.
Viele Radreisende sind tagelang unterwegs, folgen dem Fluß Richtung Meran oder Trient, befahren die Via Claudia, übernachten unterwegs auf Campingplätzen.
Der Moosbauer liegt dabei fast direkt an einer der großen Radrouten von Südtirol.
Das erklärte mir, warum mir so viele Fahrräder und kleine Zelte auf dem Campingplatz ins Auge gestochen sind. Ich bin tatsächlich in einer Region gelandet, in der das Radfahren Teil der Kultur ist.

Im Laufe des späten Nachmittags trudeln meistens die fleißigen Radler ein, bauen gekonnt gewohnt ihre Zelte auf, machen miteinander Brotzeit und tauschen sich aus.
Früh am morgen packen sie alles wieder sorgfältig zusammen und sind meist gegen 9:00 Uhr schon wieder weg, bevor ich meinen Morgenkaffee trinke.

Die Radlerwelt: Eine Welt für sich, aber schön zu sehen.
Jeder genießt Südtirol auf seine Weise und ist damit glücklich, egal ob mit dem Van oder dem Radel.
Ci revidiamo, Alto Adige !
Wir sehen uns wieder, Südtirol.
Mein Fazit für Bozen?

In dieser gemütlichen Stadt kann man sich wunderbar treiben lassen,
durch die Innenstadt flanieren und die Umgebung erkunden -
mit dem Rad, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, alles ist möglich.
Für mich gehörte das Fahrrad am Ende genauso zu Bozen
wie die Lauben, der Kornplatz und mein Kaffee im Café Exil.
Es grüßt dich von
dahoam in Erding,
Trixi
die ihren Aufenthalt in Bozen
in vollen Zügen genoss.
mehr zu mir?
oder











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